Dress
Der Kilt!
Das, was an einer Pipeband wohl zuerst ins Auge sticht, ist der Kilt. Ursprünglich war der Schotte eigentlich in ein großes Stück Stoff gekleidet, einfarbig oder kariert, was vermutlich auf ähnliche ur-europäische Wurzeln zurückgeht wie die römische oder griechische Toga. Dieser Umhang wurde um den Körper gewickelt und da er sehr groß war, um die Taille gefaltet. Tatsächlich ist es so, dass der "große Kilt" (breacan Feileadh) ursprünglich aus fast elf Metern Stoff bestanden hat.
Erst im 18. Jahrhundert "erfand", nach verschiedenen Legenden, ein gewitzter Geschäftsmann die Kurzform des breacan Feileadh, des großen Stoffes: Den Kilt. Wie gesagt, nach verschiedenen Legenden...
Der Kilt war also die moderne Variante der traditionellen Schottenkleidung. Natürlich obliegt auch ein Kilt der Mode. So gibt es verschiedene Varianten, unterschiedliche Stofflängen und -Dicken und natürlich unterschiedliche Schnitte.
Ein schottischer Kilt ist nicht billig, da er in der Regel maßgeschneidert in Schottland, normalerweise aus 100% Schurrwolle (New Wool) hergestellt wird. (Natürlich kann man einen Kilt auch in Deutschland bestellen) Wer also einen echten "Schottenrock" tragen möchte, sollte von diversen Angeboten um die 100 Euro die Finger lassen. In der Regel ist ein Kilt in entsprechendem Karomuster gewebt, dem Tartan.
Der Tartan
Schon in frühen Berichten der Griechen und Römer über ihre Begegnungen mit den Kelten, meistens kriegerischer Art, wird als Bekleidung der Kelten häufig ein über der Schulter zusammengehaltener Umhang angegeben. Die Umhänge sollen aus buntgewebtem Tuch gewesen sein; das Muster wird schon damals als kariert bezeichnet. (Wobei nicht zu vergessen ist, dass seltsamerweise die Kelten die ersten "Hosenträger" gewesen sein sollen.)
Im Prinzip gehen also die Schottenstoffe auf die Kelten zurück. Heute soll es über 600 registrierte Muster geben (Scottish Tartan Society), von denen ein Teil für die Clans reserviert ist, die anderen dürfen frei verkauft werden. So auch unser Tartan. Er wird zwar frei verkauft, allerdings ist es wohl kein Fehler, sich die offizielle Bestätigung des "Clan Chiefs" einzuholen.
Diese wurde uns ausdrücklich von James Dalhousie, The Earl of Dalhousie am 29.Oktober 2004 erteilt.
Also, unser Tartan: Ramsay, blue.
Sonstiges
Natürlich trägt der Musiker einer Pipeband nicht nur den Kilt. Angefangen am Kopf kommt da erst mal die entsprechende Bedeckung, in unserem Fall der "Glengarry".
Ein Glengarry ist eine, an ein hier eher bekanntes "Schiffchen" erinnernde Kopfbedeckung, die auch auf mehr oder weniger traditionelle Wurzeln zurückgeht.
Der Glengarry wird gerade auf den Kopf gesetzt. Er hat in der Mitte einen roten "Bommel" und hinten, ähnlich wie bei den Seeleuten zwei schwarze Bänder. Normalerweise trägt man am Glengarry ein Cap-Badge, ein metallenes Clan Abzeichen. Dahinter steckt die Hackle, ein kleines - in unserem Falle dunkelrotes - Federbüschel.
Die Hohenlohe Highlanders tragen zu ihren Einsätzen in der Regel ein khakifarbenes Hemd mit dem bandeigenen Wappen auf der rechten Seite. Vor dem Kilt hängt noch ein augenfälliges Accessoire: Der Sporran. Er ist aus einem Ledersack abgeleitet und wird heutzutage in verschiedenen Varianten getragen: Long Haired Horse Hair, Leather, mit und ohne Tasche (Was aber sehr praktisch ist, da der Kilt keine Taschen hat)
Der Hohenlohe Highlander trägt jedenfalls Ghillie Brogues, schwarze Halbschuhe (ohne Zunge) und vielen Löchern. Auch dieser Schuh geht auf eine traditionelle schottische Bekleidung zurück, ist allerdings die moderne Variante. Dazu einfarbige oder karierte Kniestrümpfe.
Seit dem 04.07.2009 besitzen die HHPD zusätzlich ihren eigenen - bundesweit einzigartigen - No.1-Dress. Das oben genannte Outfit, jedoch mit weißem Hemd und einem schwarzen Ike-Jacket, wie es die britischen Regimenter bis in die späten 1960er Jahre getragen haben (allerdings in oliv).
Beide Ausführungen werden, je nach Anlaß, mit oder ohne unsere weißen Spats (Gamaschen) getragen.
Natürlich ranken viele Legenden um die Entstehung des einen oder anderen Kleidungsstückes, weshalb die wirkliche Wahrhaftigkeit des Ursprungs wohl immer im Dunkeln bleiben wird.

