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Der schottische Dudelsack - die Great Highland Bagpipe

Wer den schottischen Dudelsack erlernen möchte, braucht als aller erstes eine fundierte Beratung. Wenn das erste Gespräch beginnt:

"Geben Sie auch Unterricht - einen Dudelsack hab ich schon?!", dann ist schon etwas falsch gelaufen. Wenn Laien einen Dudelsack kaufen, kaufen sie meist nicht nur ein billiges, sondern auch minderwertiges Instrument - in der Annahme, für einen Anfänger würde es schon reichen. Ein brauchbares Instrument kostet aber nicht ca. € 200,-, sondern eher ab € 1000,-! Also dringender Rat: Hände weg von vermeintlichen Schnäppchen!


Was muss man beachten?

Bild 1: Practice Chanter

Practice ChanterWas viele angehende Piper nicht wissen:

Mit dem Kauf eines Dudelsacks (engl. Bagpipe oder einfach Pipe) kann man sich wirklich Zeit lassen. Am Anfang braucht man nur eine Übungsflöte (Bild 1) (engl. Practice Chanter genannt). Dieser Practice Chanter wird direkt angeblasen und klingt, im Verhältnis zur richtigen Pipe, sehr leise und ist relativ günstig zu haben - normalerweise zwischen € 70,- und € 100,-. Man benötigt ihn zum Erlernen der nicht ganz einfachen, aber elementar wichtigen Fingersätze. Auch bereits erfahrene und altgediente Piper benötigen diesen Practice Chanter zum erlernen neuer Musik und zur Festigung des bereits erlernten.

Außerdem ist nicht jeder Piper Eigentümer eines Hauses, das irgendwo einsam und ohne Nachbarn steht. In einer Wohnung, wo man mit seinen Nachbarn Wand an Wand wohnt, kann ein schottischer Dudelsack unter Umständen zu einem großen Problem  wegen der Lautstärke führen.

Man wird auf Dauer auch nicht um persönlichen Unterricht herumkommen. Die Great Highland Bagpipe ist im Schwierigkeitsgrad überhaupt nicht zu vergleichen z.B. mit einer Spielmannszug-Querflöte, sondern eher mit Cello oder Klavier. Schottland-Romantik und schwärmerische Neugier reichen als Motivation nur schwerlich aus.

Die meisten Anfänger, die die Kunst des Spiels auf der Pipe erlernen, haben mit mehreren großen Problemen zu kämpfen: Die Koordination, Luft in den Sack zu blasen um den nötigen Spieldruck aufzubauen und zu halten, dabei eine Melodie auswendig zu spielen und den Kommandos des Pipe Majors (dem Ausbilder in einer Pipe-Band) folge zu leisten.
Hinzu kommt, dass der schottische Dudelsack ein Dauerton-Instrument ist.

Das bedeutet:
Ist einmal Luft im Sack, erklingt ein Ton. Dies wiederum heißt, es ist unmöglich Pausen oder Betonungen wie mit einem anderen Blasinstrument zu spielen.

Den besonderen, typisch schottischen Melodiecharakter erhält man durch so genannte Vorschlagnoten oder Triller, die in gewisser Hinsicht Verzierungen der eigentlichen Melodie sind. Diese Verzierungen (genannt Gracenotes, Movements oder Embellishments) sind ganz bestimmten Gesetzen unterworfen.

Zu jeder Tonfolge gehören spezifische Embellishment. Sie werden, grob gesagt, dort gespielt, wo bei anderen Instrumenten Pausen stünden, und sie können bis zu acht Einzelnoten beinhalten, die auf einen viertel oder achtel Taktschlag gespielt werden müssen! Eine Kunst für sich eben.



 
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